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Herren NLB: Niederlage gegen Voléro

Guéra Samuel 11.02.2018

Zu Gast war diesen Samstag Voléro Zürich. Wie schon bei Traktor Basel bleibt hier der Autor am Namen hängen. Bei Voléro muss er jeweils an Musik denken (kürzlich hat er sich im Stadttheater eine Aufführung Boléro von Ravel zu Gemüte geführt. Und um es vorwegzunehmen, diese Show hat ihm besser gefallen).

Anders als bei Ravel gab es gestern in Altikofen keinen Steigerungslauf (Crescendo), nein, wir starteten fulminant in die Partie. Besonders Captain Jenal legte, in der Musiksprache bleibend, ein Fortissimo hin. So gestalteten wir einen einseitigen Satz, führten bald mit 10:4, zogen souverän durch und beendeten mit 25:15.

So einfach hatten wir es uns nun wirklich nicht vorgestellt. Voléro hatte unseren Angstgegner Servette in der letzten Runde 3:0 vom Platz gefegt. Wir waren also alarmiert. Coach Heimgartner warnte entsprechend vor mehr Gegenwehr in der Satzpause.

Nicht dass wir nicht zugehört hätten – aber gerade so viel mehr war denn auch nicht unbedingt zu erwarten. So stand es dieses Mal 10:5, dieses Mal für Voléro, und auch sie zogen souverän durch und holten sich den Satz mit 25:17. Nach zwei Sätzen stand es also 1:1, zwei Mal einseitig.

Eigentlich könnte man sich in dieser Situation das viel beschworene «es geht von vorne los» einreden; die Realität sieht in der Regel aber anders aus. Die Zürcher verstanden es, den Schwung mitzunehmen und wir schafften es nicht mehr unser offensives Spiel aufzuziehen. Im Gegenteil verstanden es die Zürcher, mit spektakulären Rettungsaktionen, uns zum Nachdenken zu bringen. Heimgartner reagierte früh, brachte mit Gossweiler für Weber und Kammer für Scheidegger (7:12) auf Aussen und Passeur neue Kräfte. Der Impuls nützte und wir schafften den Anschluss – bei 17:18 wäre eigentlich alles wieder offen gewesen. Eigentlich wäre an dieser Stelle etabliert gewesen, dass der erste Satz kein Zufallstreffer war, sondern wir absolut mithalten konnten. Eigentlich. Die heisse Phase ging aber sowas von deutlich an den Gegner und wir verloren mit 20:25 – zu deutlich. Im entscheidenden Moment fehlte uns der Biss und der Fokus.

Der Vierte war, in neuer Formation mit Gossweiler, Kammer und Friedli, wieder ausgeglichen. Und eigentlich war alles aufgelegt, auf dem Silbertablett. Knappe Entscheidungen zu unseren Gunsten, der Gegner in Rage. Und trotzdem reichten uns zwei Satzbälle nicht. Symptomatisch der letzte Ball, ein langes Rallye, mit viel Improvisation auf beiden Seiten, der Ball bleibt irgendwie noch an der Netzkante hängen und fällt etwas unglücklich bei uns ins Feld.

Über das gesamte Spiel konnte also Zürich die erste Geige spielen. Der kulturaffine Leser wird nun intervenieren; Boléro ist ein Tanz! Wie dem auch sei – die Tänzer aus Zürich gehen verdient als Sieger vom Platz. Für uns wären aber Punkte drin gelegen.

------ VOPAP:   Jenal (Captain), Gossweiler, Cataldi, Guéra, Zimmermann (L), Weber, Eichenberger, Friedli, Kammer, Scheidegger, Moor, Schmid.

Staff: Heimgartner (C), Seiler (AC), Mosimann (P)

Zuschauer: rund 60  

Voléro: Visser, Flück, Oliveras, Köpernick, Heynen, Sturzenegger, Hadorn, Cunsi, Torrisi; Heyenen (C), Flück, Colombo, Bichsel.