, Wiedmer Melanie

07.02.2022 Cup VOPAP D2 vs. VOPAP D1

Cup Match Damen 1 vs. Damen 2 – Oder: wer bin ich? Eine sportliche Abhandlung der Identitätskrisenüberwindung.

Wir sind das Damenteam 1 und die anderen das Damenteam 2 und irgendwie hat das auch immer Sinn ergeben. Nur Obacht! Seit das Damen 2 nun auch in der 3. Liga Pro mitspielt, kommen da schon so einige Grenzen ins Schwanken und ganz so klar ist die ganze Sache dann doch nicht mehr – eine innertvereinliche Identitätskrise sozusagen. Bis gestern. Zum ersten Mal eine offizielle Begegnung zwischen den beiden leistungsstärksten (Damen-)Teams des Vereins, seit wir in der selben Liga um Punkte kämpfen. Eine Chance für das Damen 2 uns herauszufordern und in Frage zu stellen und eine Verpflichtung für uns, die 1 in unserem Teamnamen zu verteidigen. Hui, das klingt jetzt alles ganz schön Episch und überdramatisiert. Na dann weiter so. Das mit der Verteidigungspflicht, das war auch unserem lieben Herrn Coach bewusst, der unsere Nerven vor Matchbeginn mit den Worten zu beruhigen versuchte: „Ich bin so nervös. So nervös war ich schon lange nicht mehr. Es kribbelt überall und mein kleiner Zeh schwitzt“ (oder so ähnlich. Ich war auch nervös, und habe nicht wirklich hingehört). Total förderlich. Top. Und im ersten Satz hat man dann auch gleich gemerkt, dass es allen Grund gab nervös zu sein. Ein Hin- und Her war das, hier ein Punkt und da ein Punkt, zu viele Eigenfehler bei uns und starke Blocks, Angriffe und Rettungsbälle bei den anderen. Also 0:1 für Numero dos. So ein Mist aber auch. Wir konnten uns aber zwischen den Sätzen erfolgreich einreden, dass das jetzt reiner Zufall war, den Satz hätten genauso gut wir gewinnen können – an dieser Stelle ein Hoch auf die Identitätsstabilisierende Selbstmanipulation - so das wir guten Mutes in den zweiten Satz starteten und, siehe da, unser Spiel immer mehr aufbauen und durchziehen konnten. Das war jetzt gegen das Damen 2 nicht überaus wirksam, so dass es bis zuletzt ein spannender und spassiger Kampf zwischen zwei fast gleichguten Teams (daher die Identitätskrise) blieb, wo jeder Punkt, im Sinne der Identitätsfindung, seine Daseinsberechtigung erhielt und nur in gegenseitigem Einverständnis verschenkt wurde (zu nennen sei hier beispielsweise der beidseitige Waffenstillstand hinter der Grundlinie – also im Service – im letzten Satz). Am Ende haben wir uns durchgesetzt und konnten den Match mit 3:1 für uns entscheiden, Damen 1 halt – jetzt offiziell bestätigt (das dürfen wir nun schon ein wenig feiern, oder?). Aber wir mussten ja auch. Die anderen hätten gedurft (und übrigens auch gekonnt). Nur, wenn man muss, dann muss man halt wirklich und dann bleibt einem auch nichts anderes übrig, weil man ja auch seine Identität nicht verlieren will. So ist das nämlich. Oder zumindest so ähnlich.

Was aber eigentlich zählt: ein wirklich, wirklich, wirklich toller Match zum geniessen, mit einer formidablen Teamleistung und erfrischendem Kampfgeist auf beiden Seiten! Hach, war das schön…

 

Autorin: Antonia Hogrefe