, Volley Hollywood Papiermühle H2

Herren 2 verliert zum Schluss...

Das VOPAP-Herren 2. Liga-Team verliert die Derniere einer verkorksten Saison in Schwarzenburg mit 2:3 (21:25; 24:26; 25:21; 25:23; 12:15). Auch wenn man schon sehr früh nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hatte, hatten wir vor allem mit immer wiederkehrenden Verletzungssorgen zu kämpfen.

Nun war es soweit. Das letzte Meisterschaftsspiel stand vor der Tür. Um nicht den Eindruck zu erwecken, dass diese Saison reibungslos verlaufen war, schlug die Verletzungshexe noch einmal mit beiden Händen so richtig zu. Da sich Bachmann einen Nerv einklemmte, sollte Cataldi an seiner Stelle den einzigen verbliebenen Aussenangreifer Weber auf dieser Position unterstützen. Dumm nur, auch Cataldi musste mit einer Mittelohrentzündung die Segel streichen. Glücklicherweise konnten wir mit Jan Baggiolini einen alten Bekannten rekrutieren, wobei „alt“ in diesem Zusammenhang definitiv die falsche Wortwahl wäre. Er war als einer der Jüngsten letzte Saison eine Teamstütze bei uns, bevor es ihn in Richtung Zürich zog.   
 
Glücklich auf jeder Position die richtigen Leute zu haben, ging es in Richtung Schwarzenburg. Als Salonen in der Provinz ankam, stellte er fest, dass er alleine war. Etwas später gesellten sich mit Schulz und Perret zwei weitere Spieler dazu, welche nicht von Bern aus losfuhren. Ein Telefonat mit Weber später war dann auch klar, dass die Spieler aus Bern in Folge einer Strassensperrung einen ziemlichen Umweg machten mussten und sehr knapp vor Ort sein würden. Da dies auch gegnerische Spieler und die erste Schiedsrichterin betraf einigte man sich auf einen um 10 Minuten verspäteten Spielbeginn. Mit Etienne auf dem Pass, Gerber auf Dia, den beiden Mitten Schulz und Perret sowie Captain Weber und Baggiolini über aussen stiegen wir ins letzte Spiel. Salonen übernahm interimsmässig das Coaching. Das Spiel startete gemächlich mit einigen guten Aktionen auf beiden Seiten, welche sich aber auch mit einigen Eigenfehlern abwechselten. Das Heimteam suchte sein Glück in druckvollem Servicespiel, welches unsere Annahme immer mal wieder vor Probleme stellte. Die für ein anständiges Volleyballspiel eigentlich viel zu tiefe Halle war da sicherlich auch nicht zu unserem Vorteil. Wir konnten das Spiel und den Punktestand aber offen halten. Was negativ auffiel zu diesem Zeitpunkt war aber, dass wir doch sehr hüftsteif verteidigten - auch beim Soutien - und dass unsere Blocks überhaupt nicht passten, da wir immer wieder Blockouts kassierten. Pünktlich zur Money-Time konnten die Einheimischen noch einen Gang zulegen, auf welchen wir nur unzureichend reagieren konnten. So kam es, dass wir den ersten Satz mit 21:25 dem Heimteam überlassen mussten.
 
Salonen war sich sicher, dass in dieser Konstellation deutlich mehr steckt als gezeigt wurde, und schickte für den zweiten Satz die selben Spieler aufs Feld zurück, mit der klaren Ansage nun endlich den Kampf anzunehmen. Satz zwei war dem ersten Satz in vielen Dingen sehr ähnlich. Wieder entwickelte sich ein enges Spiel, welches lange ausgeglichen war. Wir waren immer noch nicht mit 100% gelöster Handbremse am Werk, aber der Wille war klar ersichtlich. Eine Reihe von Eigenfehlern liessen uns dann aber ins Hintertreffen geraten (12:16). Wir konnten uns zwar bis auf zwei Punkte heran kämpfen (18:20), aber kurze Zeit später standen wir beim 20:24 wieder mit dem Rücken zur Wand. In diesem Moment schien ein Ruck durchs Team zu gehen. Konzentrierter und zielstrebiger wurden nun die Punkte gesucht, der Servicedruck erhöht. Dies schien auch am Gegner nicht spurlos vorbei gegangen zu sein, und sie zeigten plötzlich Nerven. So kam es, dass wir zum 24:24 aufschliessen konnten und alles offen schien. Zwei Eigenfehler in Serie beendeten unsere Ambitionen aber abrupt - 24:26 für Schwarzenburg.      
 
Bösiger für den angeschlagenen Perret und Salonen für Etienne starteten in den dritten Satz. Wer nun die grosse Wende erwartet hat muss an dieser Stelle enttäuscht werden. Wieder ausgeglichen schraubte sich das Score nach oben. Weber konnte sich allerdings mit etwas schnellerem Passspiel das eine oder andere Mal wuchtig in Szene setzen, was beim Gegner doch auch Eindruck zu hinterlassen schien. Auch bei den Zuschauern ging ein Raunen durch die Reihen, als der Ball mit einer Wucht auf vier Meter zu Boden gehämmert wurde wie man es in Schwarzenburg wohl nur selten sah. Vielleicht waren es genau diese Aktionen, welche entscheidend waren, dass wir in diesem Satz nicht abreissen lassen mussten, und sogar das Spieldiktat übernahmen. In allen Aktionen stecke nun doch etwas mehr Beweglichkeit und auch Überzeugung, so dass wir auch einige Bälle aus der Defense zu Punkten verwerten konnten. Mit 25:21 schafften wir zumindest eine kleine Wende.
 
Die Devise war nun klar, dann geht es eben über fünf Sätze. Am Spiel änderte sich nicht all zu viel. Schwarzenburg kämpfte mit allen Mitteln und kam vor allem über diesen Kampf immer wieder zu Punkten, während dem wir phasenweise immer noch etwas mit uns selber kämpften. Aber der Gewinn des dritten Satzes gab uns die nötige Sicherheit um nicht Punkte-Serien wie in den ersten beiden Sätzen zu kassieren. So war auch dieser Satz wieder lange ausgeglichen. Bösiger und Schulz konnten sich nun auch mit einigen Blocks gegen die hohen Bälle in der Mitte auszeichnen, und auch Gerber auf Dia war bei knappen Bällen ein sicherer Wert. Wie im Satz zuvor waren wir es, welche gegen Ende des Satzes mehr Sprit im Tank zu haben schienen. Mit 24:20 bogen wir auf die Zielgerade ein, bevor wir uns auf unsere eher schlechteren Tugenden besannen, und den Gegner bis auf einen Punkt herankommen liessen. Mit 25:23 konnten wir den Kopf aber noch einmal aus der Schlinge ziehen. 
 
Somit musste wie schon im Hinspiel der 5. Satz entscheiden. Auch hier schienen wir vorerst frischer zu sein als das Heimteam. Immer wieder konnten wir auch aus der Defense wichtige Punkte verwerten. Mit 8:4 lagen wir auch beim Seitenwechsel in front. Sauber Sideout spielen würde locker reichen um den Sieg einzutüten. Pustekuchen! Mit immer ungenauer werdenden Annahmen hatten unsere Angreifer einen schweren Stand und so kam es, dass das Heimteam bei 11:11 ausgleichen konnte. Ein dummer Servicefehler des Teamvätus und zwei direkte Annahme-Nuller in Serie besiegelten dann die Niederlage.    
 
Das letzte Spiel steht etwas exemplarisch für unsere Saison 2023/2024. Die Konstanz in unserem Spiel fehlte über weite Strecken. Wir stellten ein Team, welches vom Potential her sicherlich in den Top-3 der Liga hätte landen können, wenn nicht gar müssen. Leider hatten wir über praktisch die ganze Saison erhebliche Verletzungssorgen, welche vor allem auch unsere absoluten Leistungsträger lange fehlen liessen. Das Spiel in der Vorrunde gegen den unangefochtenen Leader Uni Bern, oder der glatte 3:0-Erfolg in Langenthal zeigen, dass wir durchaus in der Lage wären ein gutes Spiel zu zeigen. Leider gab es aber zu viele Spiele wie vor Weihnachten gegen Schwarzenburg, als wir mit klarer 2:0-Führung noch verloren, oder die schwache Leistung in Münchenbuchsee, welche uns Rang 5 kostete. Was sicherlich positiv stimmt ist die Stimmung im Team, welche auch in schwierigen Momenten nicht kippte. 
 
Wie es mit unserem Team weitergehen wird entscheidet sich in den nächsten Wochen. Ziemlich sicher scheint zum momentanen Zeitpunkt nur, dass man das Team wohl kaum mehr in der selben Zusammensetzung wird spielen sehen. Wir bedanken uns für die tolle Unterstützung im Verein, bei jedem Teammitglied und der treuen Leserschaft aus allen anderen Vereinen, Verband und anscheinend den Schiedsrichtern. Sobald es News gibt rund um Volley Hollywood Papiermühle H2 werden wir die einschlägig bekannten Klatschspalten damit befüllen.

 

 

 

 

 

VBC Schwarzenburg vs. VOPAP H2 3:2 (25:21 / 26:24 / 21:25 / 23:25 / 15:12)

 

Für VOPAP spielten

Martin Weber (Captain); Jan Baggiolini; Dennie Schulz; Joel Perret; Noah Bösiger; Philipp Gerber; Elia Etienne; Patrick Salonen; Joel Schöni (Libero)

 

es fehlten: David Zimmermann; Pascal Bitschnau; Florian Bachmann; Christian Cataldi

 

Coach: Patrick Salonen & Team H2