, Volley Hollywood Papiermühle H2

Reaktion gefordert, Reaktion geliefert - oder so...

Das 2. Liga Herren-Team gewinnt nach dem überschaubaren Auftritt in Schwarzenburg das erste Heimspiel der Saison gegen Volley Oberdiessbach mit 3:1 (25:21; 21:25; 25;19; 25:15). Leider hielt die Affiche nicht ganz die erwartete Klasse vergangener Jahre.

Nachdem wir in Schwarzenburg neidlos anerkennen mussten, dass das Heimteam deutlich cleverer agierte als wir, war es an der Zeit wieder nach vorne zu schauen. Aber auch im einzigen Training vor dem Spiel gestern war die Beteiligung relativ übersichtlich, was die Aufgabe zwei Spieler auf neuen Positionen spielen zu lassen nicht gerade erleichterte. Gut ganz neu waren die Positionen nicht, da Gerber zu Ur-Zeiten schon öfter mal in der Mitte auflief und Bachmann zumindest in einem Trainingsspiel phasenweise auf Dia spielte. Dennoch, mehr wäre besser...

 
Mit Oberdiessbach stand uns nun ein echter Prüfstein in der noch jungen Saison bevor. Oder etwa doch nicht? Rückblende. In der Geschichte unseres Herren 2-Teams spielten wir in zwei Cupfinals und zwei Meisterschaften gegen das Team aus dem Emmental, welches immer gespickt war mit Junioren aus dem NLB-Team. In der Regel entwickelten sich hochstehende Partien, in welchen die Oberdiessbacher in den beiden Cupfinals, wir dafür oftmals in der Meisterschaft die Oberhand behielten. Entlastend zu unseren Gunsten muss gesagt sein, dass wir in den Cupfinals jeweils noch als 3. Ligisten gegen die 2. Ligisten aus Oberdiessbach antraten. Nun hat sich aber Ende der letzten Saison das Fanionteam der Diessbacher aus der NLB zurückgezogen, und tritt in dieser Saison mit veränderter Aufstellung in der 1. Liga an. Dies hat zur Folge, dass ein Grossteil des letztjährigen 2. Liga-Teams nun in der 1. Liga spielt, und die 2. Liga drastisch verjüngt wurde. Was würde das für unser Spiel bedeuten?


 
Glücklicherwiese durften wir gestern wieder auf unseren Libero Schöni zählen, welcher in Schwarzenburg schmerzlich vermisst wurde. Sonst, wie geschrieben, mit Gerber neu in der Mitte, da Perret auf Schulreise war, und Bachmann, welcher auf Dia für Gerber nachrückte. Der Start ins Spiel verlief etwas harzig und man hatte auf beiden Seiten das Gefühl, dass die Teams noch nicht bei 100% waren (welche wir an diesem Abend nie erreichen sollten). Wir wurden schon mal in der Annahme geprüft und verdienten uns zu Beginn definitiv nicht Bestnoten dafür. Dennoch kristallisierte sich langsam heraus wie unser Gameplan aussehen sollte. Mit starken Services den Libero beschäftigen, und den einen Spieler mit der fehlerlosen Annahme möglichst meiden. Wir spielten nervös und weitgehend unsicher, konnten aber dank dem Gameplan schon bald auf ein sattes Polster an Punkten zählen. Auch die Mini-Service-Serie der Diessbacher zum Schluss änderte daran nichts mehr. Schulz machte mit einem Angriff über die Mitte alles klar - 25:21 Satzsieg.
 
In der Satzpause wurde noch einmal die Situation bei eigenem Service besprochen. Zu offensichtlich war die Konstellation der gegnerischen Annahme. Leider starteten wir wieder mit immensen Problemen in der eigenen Annahme in den zweiten Satz. So kam es, dass wir schon sehr früh einem Rückstand hinterher rennen mussten. War Satz eins einigermassen konstant, nicht auf höchstem Niveau, aber konstant, so kann man dies von diesem Spielabschnitt definitiv nicht behaupten. Zu hektisch und zu unpräzise sowie immer wieder mit technischen Unzulänglichkeiten gespickt trifft es wohl ganz gut. Auch der Pass-Logik von Salonen konnte in diesem Moment wohl ausschliesslich er folgen. Kurz und gut, es war nicht unsere beste Phase und wir holten auch den Rückstand nicht wirklich auf. Im Gegenteil, wir beflügelten die Diessbacher, welche jetzt ihre beste Phase des Abends hatten. Erst als Bachmann beim Stand von 14:23 zum Service schritt, und mit guten Services die Annahme massierte, keimte noch einmal so etwas wie Kampfeslust auf. Auf 21:24 kamen wir noch heran, danach beendete - schon fast symbolisch für diesen Satz - ein Aufstellungsfehler den Spielabschnitt mit 21:25 für die Gäste.
 
Die Gesichter auf unserer Bank waren nun noch etwas länger. Oberdiessbach spielte nicht wirklich deutlich stärker als im ersten Satz, aber wir bauten unsere Leistung kontinuierlich ab. Der Wechsel auf dem Pass vom desaströs wirkenden Salonen zu Hermann sollte Abhilfe schaffen. Der Start in den dritten Satz verlief ausgeglichen. Nach wie vor servierten zu oft nicht genau genug. Aber dank einem einigermassen stabilen Sideout-Spiel fiel dies nicht so ins Gewicht. Zur Satzmitte hin schien sich das Team, nun mit deutlich höheren Pässen agierend, stabilisiert zu haben. Nun hatten die Oberdiessbacher ihrerseits Mühe, und das Spiel verlagerte sich zusehends auf ihren besten Angreifer, was es uns vereinfachte in der Verteidigung. So konnten wir einen Vorsprung herausspielen, welchen wir bis zum Schluss verwalteten. Mit 25:19 gewannen wir den dritten Satz.
 
Wir spielten definitiv noch nicht auf dem erwünschten Level, wie dies zum Beispiel in Münchenbuchsee weitgehend der Fall war, aber wir stabilisierten unser Spiel soweit, dass wir das Spieldiktat wieder übernehmen konnten. Dies sollte sich auch im vierten Satz nicht mehr ändern. Während dem wir unser Spiel des dritten Satzes weiterspielten, schlichen sich auf der anderen Seite des Netzes vermehrt einfache Fehler ein, was dann auch zur Folge hatte, dass es mit fortlaufender Satzdauer hängende Köpfe gab. Mit gezielten Services und deutlich weniger Fehlern im Spielaufbau liessen wir dem Gegner schlussendlich keine Chance auf einen weiteren Satzgewinn zu. Mit 25:15 konnte man von einer klaren Angelegenheit sprechen.
 
 
 

 
3 Punkte, keine verletzte Spieler! Dies das nüchterne Fazit nach gestern Abend. Etwas differenzierter betrachtet darf man sagen, dass wir uns aus einer unangenehmen, weitgehend selbstverursachten Situation zurückgekämpft haben, und dann das Spiel doch noch ungefährdet gewonnen haben. Auch wenn das Spiel gestern Abend sehr überschaubares 2. Liga-Niveau hatte, wäre es um so ärgerlicher gewesen, wenn wir da noch Punkte hätten liegen lassen. Klar ist aber auch, dass es nächste Woche gegen Langenthal eine klare Leistungssteigerung des gesamten Teams braucht, wenn wir nicht deutlich länger Auto fahren wollen, als das Spiel dauerern wird...
 
 

Nächsten Dienstag (8.11.) führt uns die Reise nach Langenthal. Letzte Saison konnten wir beide Spiele gewinnen. Hoffen wir, dass diese Serie anhalten wird!

 

 

 

VOPAP H2 vs. Volley Oberdiessbach 3:1 (25:21 / 21:25 / 25:19 / 25:15)

 

Für VOPAP spielten:

Jan Baggiolini; Florian Bachmann; Sebastian Cavin; Philipp Gerber; Dennie Schulz; Benedikt Hermann; Patrick Salonen (Captain); Joel Schöni (Libero)

 

es fehlten: Jan Winkelmann (verletzt); Raphael Küng (verletzt); Joel Perret (Ausland)

 

Coach: Schulz